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03.12.2014 - NWZ

Testfahrten in der Sandgrube irritieren

Bürgerinitiative moniert „illegale Erdarbeiten“ – Behörden weisen Vorwurf zurück

Ein Baumaschinenhersteller hat Geräte zum Planieren in der Sandgrube bei Döhlen getestet. Die Bürgerinitiative traut dieser Aussage nicht.

Im Mai war der große Erörterungstermin zur geplanten Mineralstoffdeponie in Haschenbrok bei Döhlen. Bisher liegt kein endgültiges Ergebnis vor. Das teilte der Leiter des zuständigen Gewerbeaufsichtsamtes Oldenburg, Uwe Rottmann, der NWZ  auf Nachfrage mit. „Derzeit werden die offenen Punkte aus dem Erörterungstermin abgearbeitet“, so der Behördenleiter. Hierzu habe die Antragstellerin, die Bodenkontor Steinhöhe GmbH, weitere Unterlagen eingereicht, mit denen im Dezember eine Beteiligung der Fachbehörden, Verbände und der Bürgerinitiative durchgeführt werden solle.

Seit Jahren läuft inzwischen dieses Verfahren für die Deponie, gegen die sich die Bürgerinitiative Steinhöhe energisch wehrt. Sie hält den Standort für ungeeignet. Geplant ist der Ausbau einer Sandgrube zu einer Deponie für Bauschutt, Boden, Straßenaufbruch und anderen Mineralstoffen (Deponieklasse II) in unmittelbarer Nähe der L 870 (Sager Straße).

Jüngst hat der Einsatz einer Baumaschine in der Sandgrube für Aufregung bei der Bürgerinitiative gesorgt. „Es gibt derzeit keinen Grund, in der Grube Arbeiten vorzunehmen“, heißt es in einer vom Vorsitzenden Rainer Beewen übermittelten Stellungnahme. Mit einer großen Planierwalze sei ein Großteil der Fläche bearbeitet worden. „Das sind genau solche Erdarbeiten, die gemäß Antragsunterlagen auch vorgenommen werden sollen, wenn irgendwann tatsächlich mal eine Genehmigung zur Errichtung der Deponie besteht“, beklagt die Initiative und spricht von „illegalen Erdarbeiten“. Kritisiert werden die Behörden, die sich mit Aussage der Arbeiter zufrieden gegeben hätten, „dass hier lediglich eine Maschine getestet werden soll“. Dazu formuliert die Bürgerinitiative: „Diese Begründung erscheint geradezu lächerlich.“

Das sehen alle anderen Beteiligten allerdings komplett anders. „Genehmigungen für vorbereitende Arbeiten zur Herrichtung der Deponie wurden von hier nicht erteilt, die Aufnahme von Deponiebauarbeiten wäre damit zum jetzigen Zeitpunkt unzulässig“, betont Uwe Rottmann. Nach Feststellungen des Gewerbeaufsichtamtes handelt es sich bei den Baumaschinenfahrten nicht um Deponiebauarbeiten. Vielmehr nutze ein Baumaschinenhersteller derartige Sandgruben als Testgelände. „Solche Testfahrten sind nicht im Zusammenhang mit der beantragten Deponie zu sehen und daher von hier nicht zu beanstanden.“

Auch der Landkreis Oldenburg sieht keine Veranlassung, die Bodenbearbeitung zu untersagen, so Sprecher Oliver Galeotti. Dabei sei der Kreis in diesem Fall nur aus naturschutzrechtlicher Sicht zuständig.

Die Firma Bodenkontor versicherte auf Nachfrage, dass es sich nur um einen Testbetrieb einer Baumaschinen handele. „Wir machen nichts, was nicht erlaubt ist, auch keinen vorzeitigen Baubeginn“ so Gerd Horstmann von Bodenkontor. Auch er spricht von „Tests einer Maschine“.

Nach NWZ -Informationen handelt es sich um einen Wildeshauser Baumaschinenhersteller, der hier ein Gerät getestet hat. Damit bestätigten die Behörden und die Firmen genau jene Version, die die Bürgerinitiative in ihrer Stellungnahme als „lächerlich“ empfunden hatte.

Autor: US/NWZ

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