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24.05.2014 - NWZ

Gemeinsam gegen die Deponie

Kreislandvolk, Bürgerinitiative und Anlieger kündigen Widerstand an

Die geplante Mineralstoffdeponie stößt vor Ort auf große Ablehnung. Auch das Landvolk lehnt sie ab.

Kurz nach dem Erörterungstermin des Gewerbeaufsichtsamtes Oldenburg zur geplanten Mineralstoffdeponie in Haschenbrok/Döhlen (die NWZ  berichtete) formiert sich vor Ort eine breite Koalition gegen das Projekt. In einer gemeinsamen Erklärung kündigen die örtlichen Bürgerinitiative „Steinhöhe“, der Kreislandvolkverband Oldenburg und betroffene Anlieger (-Firmen) juristischen Widerstand gegen die fortschreitenden Planungen zur Errichtung der rund 15 Hektar großen Abfalldeponie für Mineralstoffe an.

Die Planungen sehen vor, in Nähe zu einem Trinkwasserreservoir an der Krumlander Straße zwischen Döhlen und Haschenbrok auf einer ehemaligen Sandabbaufläche mineralische Abfallstoffe für die Endlagerung zu deponieren. Rund 750 Einwendungen liegen dem Staatlichen Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg gegen die Deponiepläne vor.

Rainer Beewen, Polizeibeamter aus Döhlen, erneuerte als Vorsitzender der Bürgerinitiative „Steinhöhe“ die Einwände gegen die Deponiepläne. Die Einlagerung von gefährlichen Stoffen sei auch mit Rücksicht auf künftige Generationen „nicht zu verantworten“. Beewen: „Belastete Stäube werden durch die Luft getragen und können die Gesundheit der hier lebenden Menschen erheblich beeinträchtigen“. Er bedauerte, dass die vielen Gespräche in den vergangenen Monaten bisher im Ergebnis nichts an den Planungen geändert hätten.

Landwirt Gerd Krumland aus Döhlen sieht große Probleme auf die landwirtschaftlichen Betriebe in der Region zukommen. Äcker und Weiden würden durch die Stäube in Mitleidenschaft gezogen. Außerdem sei das Areal dann als Trinkwasser-Vorranggebiet wohl kaum noch zu nutzen.

Bernhard Wolff, Geschäftsführer des Kreislandvolkverbandes Oldenburg, weist neben der Brisanz für die Landwirtschaft auf Probleme für die rund um den bisherigen Sandabbau installierten Windkraftanlagen hin. Weil die Deponie später bis zu einer Höhe von mindestens elf Metern die umgebende Landschaft überragen wird, habe das Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit der Windkraftanlagen. Wolff: „Es ist fraglich, ob die Anlagen der örtlichen Betreiber dann noch wirtschaftlich betrieben werden können.“ Ein eventuelles Repowering der Windkraftanlagen würde durch die geplante Deponie beeinträchtigt.

Sorge um große Investition

Kritik an den Deponieplänen gibt es auch von Christian Hinxlage, Geschäftsführer eines Legehennenbetriebes in 500 Metern Entfernung zum Sandabbau. Er meint: „Wir haben vor vier Jahren 8,5 Millionen Euro in diesen Standort investiert und müssen jetzt erleben, dass unsere Investition mit Hilfe behördlicher und politischer Planungen in Frage gestellt wird.“ Der Bau der Deponie inmitten einer Region, in der Lebensmittel erzeugt würden und Trinkwasser gefördert werde, hält er für „unverantwortlich“. Christian Hinxlage befürchtet Belastungen für Hennen und Eier durch Stäube aus dem Deponiegut. Dazu zählten auch giftige Hochofenschlacken, womöglich mit Dioxin. Verbunden mit der Endlagerung dieser Stoffe seien zusätzlich negative Auswirkungen auf das Grundwasser zu erwarten, das außerdem durch Deponie-Sickerwasser belastet werde.

Autor: NWZ

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