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08.02.2014 - NWZ

Bürgerinitiative Steinhöhe liest anderen die Leviten

Vorsitzender Beewen zeigt sich von Behörden und Politik ziemlich enttäuscht

Die geplante Mineralstoff-Deponie auf dem Gelände der stillliegenden Sandabbaufläche an der Krumlander Straße in Nähe zur Ortschaft Döhlen ist noch nicht vom Tisch. Grund genug für die Bürgerinitiative Steinhöhe, während der dritten Jahreshauptversammlung bei Kempermann in Großenkneten wachzurütteln, um das Thema nicht in den Hintergrund geraten zu lassen und gleichzeitig auch ein Stück weit mehr Aufmerksamkeit zu provozieren.

Vorsitzender Rainer Beewen und BI-Sprecher Claus Rhode schilderten innerhalb von zwei Stunden den Stand der Dinge. Neben Großenknetens Bürgermeister Thorsten Schmidtke, und MdB Susanne Mittag (SPD) hatten sich auch die Landtagsabgeordneten Axel Brammer (SPD), Christian Dürr (FDP) und Hanso Janssen (Bündnis 90/Die Grünen) sowie als Vertreterin des Landkreises Eva Maria Langfermann und Gemeinderats- sowie Kreistagsmitglieder eingefunden. Letztendlich wollen alle die Deponie nicht haben. „Wir ziehen alle an einem Strang“, so Eva Maria Langfermann.

Wie Beewen berichtete, tue sich in der nunmehr vierten Auslegung etwas in puncto Zufahrt über die Krumlander Straße von der Oldenburger Straße aus. „Entscheidende Veränderungen haben sich aber im Landschaftspflegerichen Begleitplan ergeben“, erklärte Beewen. Zu den Bereichen Mensch, Flora, Fauna, Luft, Grundwasser, Klima und Landschaft gebe es erhebliche Zugeständnisse, dokumentiert auf 300 Seiten, inzwischen von einem neuen Planungsbüro der Betreiber. „Bislang waren diese Punkte immer außen vor. Das ist noch nicht gut, aber besser als vorher“, so der Vorsitzende.

Zugeständnisse, die nur auf Druck der BI zustande gekommen seien, betonte Beewen. „Alle anderen Behörden haben da wenig Verdienst“, bedauerte er. Der Vorsitzende bemängelte auch das fehlende energische Einsetzen des Landkreises. „Aus der Kompensationsfläche von 13,5 Hektar auf der elf Hektar Sandabbaufläche sind nun sieben kleinere Flächen geworden. Vorwiegend in der Gemeinde Wardenburg. Das kann doch nicht sein“, erboste sich der BI-Vorsitzende.

Zum Landkreis meinte Beewen, dass der Kreis die Deponie grundlegend ablehne, aber zurzeit kein gültiges Regionales Raumordnungsprogramm habe. Erst jetzt werde ein Raumordnungsverfahren für erforderlich gehalten, aber eine Aussetzung des Genehmigungsverfahrens bis zur Änderungen des Landesraumordnungsverfahrens angeregt.

Auch der Gemeinde Großenkneten bescheinigte er eine eher oberflächliche Einschätzung, gerade was baurechtliche Fragen angehe. Enttäuscht zeigte sich Beewen auch von den vielen Zusagen und Versprechen der hochrangigen Besucher im Laufe der Jahre.

Rainer Beewen: „Bis heute, nach drei Jahren, sind keine Rückmeldungen oder Unterstützung, auch nicht nach schriftlicher Erinnerung, eingegangen. Das ist schon sehr enttäuschend.“

Grünes Umweltministerium bisher nicht gesprächsbereit

Sprecher Claus Rohde von der BI äußerte: „Wären wir nicht gewesen, wäre die Anlage schon da.“ Er zeigte sich als Grünen-Wähler von seiner Partei nach der Regierungswechsel mehr als enttäuscht. Mit allen anderen Parteien habe es zumindest Gespräche in Hannover gegeben. Von den Grünen wurde aus dem Umweltministerium keine Zeit für Gespräche signalisiert. Grünen-MdL Hanso Janssen versprach, diesen Umstand zu ändern.

Ernst-August Bode (Vorsitzender der FDP-Kreistagsfraktion) zeigte Verständnis für den Ärger der Initiative. Er betonte aber auch, dass der Kreistag einstimmig die Deponie abgelehnt habe. Daran erinnerte auch Eduard Hüsers (Grüne) in seinem Beitrag. SPD-Ratsfrau Kerstin Schnitger-Jebing sagte: „Ihr habt Tolles geleistet, aber auf Gemeinde und Kreis einzuhauen, ist nicht der richtige Weg, zumal niemand die Deponie will.“

Auf die Frage, wie es mit der vierten Auslegung weiter geht, sagte Beewen, dass es wieder Einwände geben werde. „Ich denke, ein Eröffnungstermin ist frühestens im Sommer möglich. Bestenfalls gibt es aber eine weitere Auslegung.“

Autor: PK/NWZ

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