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23.08.2013 - NWZ

Neue Pläne – alte Probleme

Geplante Mülldeponie in Haschenbrok steht weiter in der Kritik
Der Antragsteller plant, 1,5 Millionen Kubikmeter Abfälle in der Sandabbaugrube zu entsorgen. Die Bürgerinitiative hofft auf Rückendeckung von der neuen Landesregierung in Hannover.
 
Ruhig war es zuletzt geworden um die Pläne für eine Mülldeponie in Haschenbrok. Derzeit liegt im Großenkneter Rathaus die neue, inzwischen vierte Version der Planungen für jedermann zur Einsicht. Viel Neues gibt es nicht, einige Änderungen bei der Verkehrsanbindung wurden mit eingearbeitet. Doch hinter den Kulissen brodelt es weiter gewaltig, besonders die Bürgerinitiative Steinhöhe bereitet sich auf die nächste Runde im Kampf gegen die Deponie vor.
Rückblick: Der Antragsteller Bodenkontor Steinhöhe möchte in der ehemaligen Sandabbaukuhle eine Mineralstoffdeponie einrichten. Das Gelände sollte eigentlich nach Ende des Sandabbaus renaturiert werden – stattdessen sollen innerhalb von 18 Jahren 1,5 Millionen Kubikmeter Abfälle entsorgt werden.

Begrenzte Möglichkeiten
Die Gemeinde Großenkneten und eine Bürgerinitiative wollen das verhindern, hinterfragen Folgen für Anwohner, Natur und umliegende Lebensmittelproduzenten. Mehrfach wurden Einwendungen eingebracht, doch die Möglichkeiten sind begrenzt, wie Sebastian Wedermann, Sachbearbeiter beim Bauamt der Gemeinde Großenkneten, einräumt: „Letztlich ist das Gewerbeaufsichtsamt dafür zuständig. Wir sind bei den Entscheidungen ein bisschen außen vor.“ Dennoch will man auch im Rathaus den Deponiebau weiter verhindern, ein Fachanwalt prüft derzeit die geänderten Planungen, um das weitere Vorgehen vorzubereiten.
Deutlicher wird da schon Reiner Beewen, Vorsitzender der Bürgerinitiative Steinhöhe: „Die jetzt schon vierte Auslegung der Planungen zeigt, dass alles zuvor Ausgelegte offensichtlich mangelhaft war. Und nach wie vor gibt es gravierende Mängel.“ Die Bürgerinitiative stößt sich vor allem an der Planrechtfertigung, den angebotenen Kompensationsleistungen und dem zögerlichen Vorgehen der Behörden. „Es gibt weiterhin ausreichend Anlass, Einwendungen gegen das Projekt einzubringen“, erklärt Beewen. „Wir hoffen, dass sich alle öffentlichen Träger äußern und verstärkt in den Prozess einbringen. Wir werden deshalb auch noch einmal verstärkt auf die Behörden zugehen.“

Rot-Grüne Hoffnung
Zudem erhofft sich Beewen Rückendeckung aus Hannover und setzt dabei auf die neue rot-grüne Landesregierung. Die sei einer Anpassung des Abfallwirtschaftsplans gegenüber wesentlich aufgeschlossener als Schwarz-Gelb. „Wir spüren, das dieses Thema die Menschen in Haschenbrok und Umgebung bewegt. Weiterhin bekommen wir viele Fragen von Bürgern über den aktuellen Stand der Dinge.“

Autor: NWZ/BB
 

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