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18.04.2012 - NWZ

„Wunde in Landschaft schließen“

Fachausschuss des Kreises einstimmig gegen geplante Deponie Haschenbrok

Sprecher aller Fraktionen bestritten die Notwendigkeit der Deponie.


Das politische Signal war unüberhörbar: „Die Notwendigkeit dieser Deponie wird eindeutig bezweifelt“, betonte Franz Duin (SPD). „Die geplante Verfüllung der Sandgrube ist nicht gemeinwohlverträglich.“ Auf Antrag von Frank Freese (FDP) lehnte der Umwelt- und Abfallwirtschaftsausschuss des Landkreises am Dienstagabend den geänderten Antrag zur Errichtung einer Mineralstoffdeponie in Döhlen, nahe der L 870 („Deponie Haschenbrok“), ab.

Landrat Frank Eger hatte zuvor darauf hingewiesen, dass nicht der Landkreis, sondern das Land Genehmigungsbehörde sei. „Wir dürfen uns nur auf Rechtspositionen beziehen.“ Der Antragsteller, die Bodenkontor Steinhöhe GmbH, habe vor allem in drei Punkten nach­gebes­sert. Jedoch halte der Kreis weiterhin in Sachen „Beeinträchtigung des Landschaftsbildes“, Verkehrsbelastung und Kompensationsmaßnahmen von 13,8 Hektar seine Bedenken aufrecht. Stephan Janssen vom Ingenieurbüro Börjes hatte die geänderte Planung erläutert und auf die gekürzte Abfallliste und eine um 50 Zentimeter erhöhte Schutzschicht hingewiesen.

Von einer „grottenschlechten Vorlage“, insbesondere beim Abtransport des Sickerwassers, sprach Axel Brammer (SPD). Heute sei nicht mehr einsehbar, warum die Politik seinerzeit dem Sandabbau zugestimmt habe. Duin sagte, eigentlich solle die Wunde, die in die Landschaft geschlagen wurde, geheilt werden. Während des auf 18 Jahre angelegten Deponiebetriebs würden sich die „politischen Parameter“ ohnehin ändern. Carola Becker als Vertreterin der Naturschutzverbände wies darauf hin, dass der Kreis über das regionale Raumordnungsprogramm durchaus „Sicherungen“ einbauen könnte.

Autor: SI/NWZ

 

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