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11.04.2012 - NWZ

SPD fürchtet um höhere Belastung durch Lkw-Verkehr

Fraktion fordert Besprechung des Themas in Gremien des Hatter Gemeinderates

Nachdem bereits Stimmen in der Gemeinde Großenkneten gegen eine geplante Mineralstoffdeponie in Haschenbrok laut geworden sind und sich eine „Bürgerinitiative Steinhöhe“ gegründet hat (die NWZ berichtete), meldet sich auch Axel Brammer (SPD), Ratsmitglied der Gemeinde Hatten und Landtagsabgeordneter, zu Wort.

Er fordert im Namen der SPD-Fraktion, dass das Thema in den Gremien des Rates besprochen wird. Brammer befürchtet eine zusätzliche Belastung der Ortsdurchfahrt Kirchhatten durch Lkw-Verkehr. Von der Firma Bodenkontor Steinhöhe GmbH sei geplant, dass in der Deponie etwa 150 000 Tonnen Abfall jährlich bis 2030 eingelagert werden. „Sicher ist, circa 40 Prozent aller Abfälle kommen von der Firma Umweltschutz Nord GmbH aus Ganderkesee“, sagt der Sozialdemokrat. Es gebe verschiedene Routen nach Haschenbrok, aber das Abfahren der Varianten über die A1, A28/29 habe gezeigt, dass der Weg über Dingstede, Kirchhatten und Sandhatten mit 26 Kilometern der kürzeste sei. „Das bedeutet“, folgert Brammer, „die Genehmigung der Deponie bringt der Ortsdurchfahrt Kirchhatten bis 2030 eine zusätzliche Belastung von etwa 25 Lkw pro Tag.“

Des Weiteren sei die Deponie eine ehemalige Sandabbaustelle. Der Sand werde 2,50 Meter über dem Grundwasserspiegel abgebaut. Um einer Verunreinigung vorzubeugen, sei eine Abdichtung nach unten vorgesehen. Etwa 220 000 Tonnen Ton müssten dafür eingebaut werden. „Sollte der Ton aus Neerstedt kommen, wird er nur durch Kirchhatten und Sandhatten transportiert werden können. Andere Transportstrecken scheiden erfahrungsgemäß aus“, sagt Brammer.

Außerdem müsse das Sickerwasser in einem Klärwerk nachbehandelt werden, da die Kläranlage in der Gemeinde Großenkneten keine Kapazitäten habe. Sofern sich im Nordwesten keine Kläranlage fände, würden auch diese Verkehre möglicherweise durch die Ortschaft laufen. Laut Brammer ist die Gemeinde in den vergangenen Jahren überaus aktiv gewesen, die Belastungen der Ortschaft durch Lkw-Verkehre zu senken. Brammer: „Es ist auch künftig nicht zu erwarten, dass die Betreiber Rücksicht auf die Betroffenen vor Ort nehmen. Ursprünglich war zwischen dem Betreiber der Sandabbaustelle in Haschenbrok und dem Landkreis Oldenburg die Renaturierung der abgebauten Fläche vorgesehen. An der Stelle sollte nach Beendigung der Sandentnahme Wald aufgeforstet werden. Jetzt soll dort ein Müllhügel zwölf Meter über Gelände entstehen.“

Autor: LD/NWZ

 

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