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11.04.2012 - NWZ

Mineralstoffdeponie wird weiter abgelehnt

Umwelt FDP meint: Umwelt- und Bürgerinteressen werden mit Füßen getreten

In einer gemeinsamen Erklärung der FDP-Kreistagsfraktion und der FDP-Ratsfraktion der Gemeinde Großenkneten lehnen diese die Einrichtung einer Mineralstoffdeponie in Döhlen weiterhin ab. Von den Antragstellern, der Bodenkontor Steinhöhe GmbH, waren erneut Unterlagen zur Verfüllung der bestehenden Sandgrube (die NWZ  berichtete) eingereicht worden. „Für uns“, so die Fraktionsvorsitzende der FDP in Großenkneten, Imke Haake, „haben sich keine neuen Erkenntnisse ergeben, auch wenn es kleine Nachbesserungen gegeben hat.“

Dies gilt insbesondere für die bisher nach der Sandabbaugenehmigung verpflichtende Aufforstung der Flächen. Als ein verheerendes, schlechtes Signal für alle Anlieger von Sandgruben oder auch zukünftigen Anträgen auf Sandabbau betrachtet auch die Kreistagsfraktion der FDP die Absicht der Deponiebetreiber, die Auflagen zur Aufforstung aus der Genehmigung an anderer Stelle, nämlich in Achternmeer in der Gemeinde Wardenburg, zu ersetzen.

Nach dem Gesetz sei ein Ausgleich an anderer Stelle zwar möglich, er sollte aber schon in einem räumlichen Zusammenhang zur bisherigen Maßnahme stehen. „Wenn dies aber so einfach ist, wie vom Bodenkontor Steinhöhe beantragt, müssen Anträge zum Sandabbau in Zukunft ganz anders bewertet werden“, meint FDP-Kreisfraktionschef Ernst-August Bode. Dies sei nicht nur eine sachliche Veränderung einer Abbaugenehmigung, sie berühre in besonderem Maß den Vertrauensschutz der Bürgerinnen und Bürger, die sich auf die Entscheidungen von Behörden und Kreistagen oder Gemeinderäten verließen, begründet Bode die Ablehnung durch die FDP. „Wir werden im Umweltausschuss des Kreistages allein schon aus diesen Gründen die Deponie ablehnen.“

Ein weiterer schwerwiegender Grund für Haake und Bode ist die durch die Deponie entstehende Veränderung des Landschaftsbildes. Eine Verfüllung der Sandabbaugrube mit einer Höhe von elf Metern über das bisherige Geländeniveau würde die Landschaft in Haschenbrok und Döhlen total verändern.

Wie in dem Antrag formuliert, soll die verfüllte Fläche nachher als Rasen- und Heidefläche rekultiviert werden. „Die Antragsteller gehen also selbst davon aus, dass auf diesem Hügel nichts mehr wächst“, heißt es in der Stellungnahme der FDP. Dafür werde die Umgebung schon bei leichten Winden dauerhaft mit Staubwolken und Sandpartikeln eingenebelt. „Die Umwelt- und Bürgerinteressen werden hier mit Füßen getreten, mit nicht messbaren Folgen und Konsequenzen für die Zukunft“, meinen die Liberalen aus Kreis und Gemeinde.

Autor: LD/NWZ

 

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