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28.03.2012 - NWZ

Schwieriger Einstieg in den Dialog

Bürgerinitiative: Antrag fehlerhaft und nicht vollständig

Die Bodenkontor Steinhöhe GmbH hatte zum Info-Abend eingeladen. Sie stieß auf eine breite Front der Ablehnung für ihre Deponiepläne.


Auf großes Interesse stieß auch die zweite Informationsveranstaltung zur geplanten Einrichtung einer Mineralstoffdeponie auf dem Gelände der Sandabbaufläche an der Krumlander Straße in der Nähe der Ortschaft Döhlen am Montagabend im Döhler Krug. Diesmal waren es die Geschäftsführer der Bodenkontor Steinhöhe GmbH, Gerd Mohrmann, Gerd Horstmann und Holger Cordes , die zusammen mit dem beauftragten Planungsbüro Börjes GmbH die erneute Auslegung der Planung vorstellten und zum Infoabend einluden. Rund 110 Interessierte kamen. Im Herbst des vergangenen Jahres hatte die Bürgerinitiative „Steinhöhe“ ihre Sichtweise in einer Bürgerinfo dargestellt.

In der emotionsgeladenen Veranstaltung versuchte Stephan Janssen vom Planungsbüro in seinen Ausführungen, die in der neuen Auslegung eingearbeiteten Einwände vorzustellen. Bis zum 13. April sind wiederum Einwände möglich. Noch Zeit, die die Bürgerinitiative nutzen will. „Es ist auch diesmal nicht gelungen eine wasserdichte Planung vorzustellen. Die Hausaufgaben sind wieder nicht richtig gemacht worden“, beklagte Vorsitzender Rainer Bee­wen.

Der Sprecher der Initiative, Klaus Rohde, meinte: „Die hier angeführten Gutachten sind nicht ausreichend und auch nicht richtig mit Fakten beliefert worden.“

Offene Fragen in Bezug auf Staubentwicklung, Verkehrsaufkommen, Endlagerung, Materialeinbringung, eventuelle Ersatzmaßnahmen in Achternmeer auf ökologisch wertvoller Fläche und überhaupt zur Eignung der Fläche, trieben die Gegner der Deponie um. Mit Argwohn begegneten die Anwesenden der vorgestellten Abdichtung der Deponie, die auf elf Hektar in vier Bauabschnitten gefüllt werden soll.

Ebenso fragten sie nach der Kontrolle der angelieferten Materialstoffmengen. 40 Prozent will das Betreiberkonsortium mit Bauschutt selbst verfüllen, der Rest soll frei angeliefert werden können, unter fachlicher Kontrolle, wie die Bodenkontor-Vertreter erklärten.

Ausdrücklich begrüßten die Deponiegegner die Infoveranstaltung. Am Ende sahen sie sich aber bestätigt, dass auch die erneute Auslegung nur oberflächlich angelegt sei. „Wir können dies mit einer Fülle von Gegenargumenten belegen“, so Beewen.

Gerd Mohrmann sah sich in dem Ziel, die Bürger zu informieren, nur teilweise bestätigt. „Der Dialog, den wir wollen, fehlt in meinen Augen. Im Vorfeld haben wir schon mehrfach versucht, ins Gespräch zu kommen, um zu erfahren, wo letztendlich der Schuh drückt.“ Verstehen könne er die Bürger auch: „Wir wollen sie ja auch anhören.“ Doch dafür müsse auch Gesprächsbereitschaft signalisiert werden. „Als Anfang für einen Dialog fand ich den Abend sehr gut“, so Mohrmann. Alle Einwände würden berücksichtigt beim Erörterungstermin, der von der Genehmigungsbehörde Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg festgesetzt werde, versprach Mohrmann.

Rainer Beewen sah dagegen einen Etappensieg für die Gegner: „Wir konnten auch an diesem Abend deutlich machen, dass der Antrag fehlerhaft und nicht vollständig ist und dass die Argumente für einen Deponiebau nicht ausreichen.“

Autor: PK/NWZ

 

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