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16.12.2012 - NWZ

Angst vor Deponie ist groß

Mehr als 230 Mitglieder hat die Initiative mittlerweile. lm Kampf gegen die Deponie halten alle zusammen, sagt Vorsitzender Rainer Beewen.

Die beantragte Umwandlung der Sandkuhle an der Krumlander Straße in der Nähe der Ortschaften Döhlen/ Haschenbrok und Hengstlage in eine Mineralstoffdeponie der Klasse 1 hat im Verlauf dieses Jahres für erheblichen Unmut in der Bevölkerung, bei Vereinen, Verbänden und Politikern gesorgt. ,,Da halten wir alle Zusammen", freut sich Rainer Beewen, Vorsitzender der Bürgerinitiative Steinhöhe, die sich zum Ziel gesetzt hat, das Vorhaben der Bodenkontor Steinhöhe GmbH zu verhindern (die NWZ berichtete mehrfach).

Die Bürgerinitiative ist da bei zu keinerlei Kompromissen bereit. Das wurde in diesen Tagen bei einem Termin am Angelsee in Haschenbrok noch einmal deutlich gemacht. Die Gegner wollen den ,,Giftcocktail" nicht, der hier, nur durch eine Folie geschützt, auf dem durchlässigen Sandboden eingelager werden soll.

Nach dem massiven öffentlichen Protest und einer Flut von Einwendungen im Zuge des Genehmigungsverfahrens ist es derzeit etwas ruhiger geworden. ,,Der Umstand, dass das Thema derzeit öffentlich nicht so sehr diskutiert wird, bedeutet aber leider nicht, dass die Planungen vom Tisch sind. Es ist im Moment einfach so, dass die Firma Bodenkontor Steinhöhe Gelegenheit hat, ihre Antragsunterlagen zu ergänzen", erklärte Rainer Beewen. Zeitliche Vorgaben gebe es dabei offenbar nicht. ,,Man kann aber wohl davon ausgehen, dass Anfang nächsten Jahres konkrete Planungsunterlagen vorliegen werden", meint Beewen.

Die Bürgerinitiative Steinhöhe geht davon aus, dass der Antragsteller weitere Gutachten beibringen wird. Als Reaktion auf die teils sehr fundierten Einwendungen der Bürgerinnen und Bürger könnte es möglicherweise auch zu Planungsänderungen kommen. ,,Wie diese ausfallen könnten, das ist derzeit aber Spekulation. Wären die Änderungen gravierend, so müsste erneut öffentlich ausgelegt werden, und das ganze Spiel würde wieder von vorne losgehen", erklärte der 2. Vorsitzende der Bürgerinitiative, Gerd Krumland.

Die Initiative der Deponiegegner hat mittlerweile bereits mehr als 230 Mitglieder. Das sind nicht nur Einzelpersonen, sondern auch viele Vereine und Institutionen. So ist auch der Sportfischer-Verein Huntlosen der Bürgerninitiative Steinhöhe jetzt beigetreten, wie der Vorsitzende Werner Knoop berichtete.

Der Fischereiverein hat bekanntlich den in rund 500 Meter Luftlinie von der Deponie liegenden Baggersee erworben, um ihn als Angelgewässer zu nutzen. ,,Bei überwiegenden Nordwestwinde müssen wir davon ausgehen, dass über das staubaufkormmen auf der beantragten Deponie ein gravierender Schadstoffeintrag in den See erfolgt", meinen die Sportfscher. Der Verein stört sich an der Abdichtung der Deponie durch eine Folie. Eine Kontamination des Obertlächengrundwassers könne die Wasserqualität des Angelsees stark beeinträchtigen.

Befürchtet wird auch. dass die Zufahrt zur neuen Deponie weiterhin unmittelbar am Seegrundstück vorbeiführen soll. Dort verläuft auch jetzt die Zufahrt zur Sandkuhle. Und dort steht auch eine Lkw-Waschanlage, von der schon jetzt Schmutzwasser in den See des Sportfischer-Vereins läuft.

Autor: KD/NWZ

 

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