banner-neu

10.05.2011 - NWZ

Deponiegegner machen mobil

Umwelt Informations-Abend der Initiative Steinhöhe stößt auf große Resonanz

Mehr als 100 Interessierte kamen. Claus Rohde zählte noch einmal die vielen Gefahren auf, die von der Mineralstoffdeponie ausgehen können.


Viele freie Plätze gab es im Saal des Gasthauses Kempermann in Großenkneten nicht mehr. Weit mehr als 100 Bürgerinnen und Bürger hatten sich zum öffentlichen Informationsabend der am 26. April gegründeten „Initiative Steinhöhe“ eingefunden. Infos rund um die geplante Mineralstoffdeponie auf dem Gelände der Sandabbaufläche an der Krumlander Straße standen im Mittelpunkt des Abends, aber auch die Formierung des Widerstandes der Bürgerinitiative. Vorsitzender Rainer Beewen und Sprecher Claus Rhode baten nach der Darstellung der Dinge um möglichst viele Beitritte der Bürger, um die Deponie zu verhindern.

„Mit dieser Resonanz haben wir nicht gerechnet“, zeigte sich Beewen positiv überrascht. Sprecher Rohde hob in seinen Ausführungen hervor, um was für Dimensionen es bei der geplanten Deponie überhaupt geht. Die Deponiefläche würde bei einer Realisierung 15 Hektar betragen. „Das entspricht einer Fläche von 21 großen Fußballfeldern. Davon entfallen auf die bestehende Grube gut zehn Hektar.“ Die Betriebsdauer sei auf 18 Jahre ausgelegt, 1,44 Millionen Tonnen Abfälle sollen hier eingelagert werden. Die Deponie erreicht über der Erde eine Höhe von 11,5 Meter.

Bei dem geplanten Vorhaben handelt es sich um eine Deponie der Klasse I (DK I). Entsorgt werden so genannte Mineralstoffe, wie Abfälle aus der Eisen- und Stahlindustrie, asbesthaltige Bau- und Dämmstoffe, Rückstände aus Kraftwerken, Strahlenmittelabfälle und mehr. Dabei würden schon jetzt auch von den drei Betreibern einige der Stoffe als gefährlich eingestuft. Schwermetalle, PVB und andere resistente Stoffe ließen Schlimmes befürchten.

Als wesentliche Gründe gegen die Deponie nannte Rohde die gefährlichen Feinstäube, Lärm, Geruchsbelästigung und ein hohes zu erwartendes Verkehrsaufkommen. Zudem werde die Auflage der Renaturierung der Sandkuhle ausgehebelt. Die Deponie liege in direkter Nachbarschaft zu Flächen, die als stark erosionsgefährdet eingestuft seien. Außerdem fehle ein geologisch geeigneter Untergrund. Die Grundwassergefährdung sei vorprogrammiert. Sickerwasser müsse ständig abgefahren werden.

„Es besteht auch kein Bedarf laut Abfallwirtschaftsplan des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt- und Klimaschutz, einen konkreten Standort auszuweisen“, so Rohde. Wie Rohde aufzeigte, wurde inzwischen ein kompetenter Anwalt gefunden.

Über den Naturschutzbund (NABU) werde die Verbandsklage angestrebt. Entscheidungsbehörde sei das Gewerbeaufsichtsamt in Oldenburg. „Gemeinde und Landkreis haben inzwischen eine Deponie abgelehnt. Die Entscheidung aber wird in Oldenburg gefällt“, sagte Rohde. „Was wir jetzt brauchen, ist eine breite Front gegen die Deponie. Dazu zählen auch Einzeleinwendungen der Betroffenen aus Döhlen, Haschenbrok und Hengstlage“, machte der Sprecher deutlich.

Autor: PK/NWZ

 

Foto
vorheriger Artikel nächster Artikel
zurück zur Übersicht

99988

banner-unten