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18.04.2011 - NWZ

Deponie auf Sand – geht gar nicht

Umweltschutz Gegner erhalten Unterstützung von hiesigen Landtagsabgeordneten

„Der einzige Vorteil, den wir sehen: Der Zusammenhalt in der Bevölkerung wird gestärkt“, sagte Henning Rowold. Und in der Tat schweißt der gemeinsame Kampf gegen die geplante Mineralstoffdeponie in Döhlen die Menschen aus der betroffenen Region zusammen. Es gibt wohl niemanden in Döhlen und umzu, der diese Deponie will. Unterstützung gibt es jetzt auch von den Landtagsabgeordneten Karl-Heinz Bley (CDU), Renate Geuter und Axel Brammer (beide SPD). „Wir müssen es verhindern“, erklärte Bley. Unterstützung gebe es auch vom FDP-Landtagsfraktionschef Christian Dürr, so Bley. Dürr konnte zu dem Ortstermin nicht kommen.

Eine Deponie auf dem Untergrund Sand „geht gar nicht“, zeigte sich Renate Geuter (SPD) überzeugt, dass das Projekt der Bodenkontor Steinhöhe GmbH in Döhlen zum Scheitern verurteilt ist.

Bley sagte, dass er unter anderem mit Landesumweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) gesprochen habe. „Eine intensive und sorgfältige Prüfung wird stattfinden“, sieht Bley das zuständige Umweltministerium zumindest schon mal sensibilisiert.

Letztendlich wird es aber laut Bley „ein Abwägungsprozess sein“. Wichtig sei es, viele gute Gründe zu finden, um die Deponie „mit legalen Mitteln zu verhindern“, meinte Bley weiter.

Gute Gründe gibt es viele. „Wir haben schon um die 100 Punkte zusammengetragen“, so Henning Rowold von der Döhler Dorfgemeinschaft. „Eine Deponie geht nur auf gewachsenem Boden wie Ton oder Lehm“, erklärte Rowold. die Gefahr sei groß, dass Sickerwasser in den durchlässigen Sandboden gelange.

Besonders groß ist die Angst der Bevölkerung vor dem „Giftcocktail“ aus Schwermetallen, polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) und Dioxin, der, wenn auch in geringen Mengen, auf einer dünnen Folie zusammengemixt und für die Ewigkeit deponiert werden soll. 22 gefährliche Stoffe finden sich laut Rainer Beewen von der Dorfgemeinschaft auf der Liste der möglichen Deponieabfälle. Insgesamt sind es gut 80 Stoffe. „Das ist nicht nur Bauschutt“, so Beewen. Was ist in 30 oder 40 Jahren? Was ist, wenn die Betreibergesellschaft Insolvenz anmeldet? Wie wird überhaupt kontrolliert? – Fragen über Fragen.

Und die Feinstäube? – Die fliegen durch die Gegend, sagen die Döhler. Über Futtermittel gelangten sie in die Nahrungskette. „Wir wollen keine Deponie neben großen Lebensmittelproduktionsanlagen. Das Zeug fliegt in die Ställe. Der nächste Skandal ist dann nicht mehr weit“, so Henning Rowold.

Autor: KD/NWZ

 

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