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14.04.2011 - NWZ

Döhler wollen die Deponie nicht

Umwelt Gegner organisieren Protest auf breiter Front – Gespräch abgelehnt

Die Bodenkontor Steinhöhe GmbH hat mit so massivem Widerstand nicht gerechnet. Wurde in der Sandgrube vielleicht zu tief gebaggert?

Im großen Schulterschluss aller Betroffenen weitet sich der Bürgerprotest gegen die geplante Mineralstoffdeponie an der Krumlander Straße in Döhlen weiter aus. Bevölkerung, Verbände, Vereine und Parteien auf Kreis- und Gemeindeebene wollen die Deponie nicht. Die Gemeinde hat einen Fachanwalt eingeschaltet.

Den Antragstellern wird mittlerweile auch von der Döhler Gegeninitiative mit großen Transparenten an der Straße deutlich gemacht, was man von ihren Plänen hält. Bezweifelt wird die Notwendigkeit einer solchen Deponie. Selbst der aktuelle Abfallwirtschaftsplan sehe keine Notwendigkeit, zusätzliche konkrete Standorte auszuweisen. Es gebe genügend Platz auf vorhanden Deponien der nächsthöheren Klasse.

Gerd Horstmann, der neben Gerd Mohrmann, Holger Cordes und Andreas Errens als Geschäftsführer der Bodenkontor Steinhöhe GmbH genannt wird, sieht das anders. „Es gibt unstrittig diesen Bedarf“, sagte er der NWZ . Laut Horstmann hat das Bodenkontor dem Döhler Bürgerverein ein Gespräch angeboten. „Das hat man strikt abgelehnt“, so Horstmann. Generell sei man nach wie vor bereit, Ängste abzubauen und eventuelle Bedürfnisse der Betroffenen mit in die Planungen aufzunehmen. Dazu müsse man jedoch miteinander reden. Laut Horstmann handelt es sich bei dem, was in der Deponie abgelagert werden soll, um „absolut minderbelastete Materialien“.

Gespräch abgelehnt
Das sei „ganz normaler Abfall aus der laufenden Bautätigkeit“, so Horstmann. Die Deponiegegner sehen das anders. Aus ihrer Sicht würden die Gespräche auch nichts bringen. Die Döhler und ihre Mitstreiter wollen die Deponie nicht. Das ist Fakt.

Eine solche Deponie, die auf Sandboden errichtet werde, berge Gefahren, so Claus Rohde aus Döhlen. Dass eine Abdichtung mit Folie funktioniere, sei zu bezweifeln. „Die ist doch ruckzuck beschädigt und keiner merkt das.“

Tiefer als erlaubt?
Überhaupt gibt es von Seiten der Deponiegegner mittlerweile Zweifel an der Zuverlässigkeit der Antragsteller, die sich zum Teil wohl aus dem jetzt vor Ort agierenden Sandabbauunternehmen rekrutieren. So soll das Sandabbauunternehmen bereits tiefer als erlaubt gebaggert haben. Eva-Maria Langfermann von der Unteren Naturschutzbehörde sagte auf Nachfrage der NWZ  dazu: „Wir prüfen gerade und gucken, ob das stimmt oder nicht.“ Solange ruht offenbar der Sandabbau. Gerd Horstmann konnte dazu nichts sagen. Die Bodenkontor Steinhöhe GmbH sei nicht für den Sandabbau zuständig. Das seien zwei getrennte Verfahren. Für die Deponiegegner ist das vermutliche Zerstören der Bodensohle jedenfalls ein Ansatzpunkt zu weiterer heftiger Kritik. Zurzeit sei das Grundwasser sehr niedrig, ansonsten wäre es wohl schon offengelegt worden durch den tieferen Abbau, meinte Henning Rowold.

Die Deponiegegner hoffen, dass beim zuständigen Gewerbeaufsichtsamt die Flut der Eingaben gegen das Vorhaben Gehör findet. „Alles andere wäre nicht nachvollziehbar“, sagte der Döhler Rainer Beewen. „Das betroffene Gebiet ist schon stark belastet“, so Anwohner Gerd Krumland. Etwa 80 Hektar Sand seien hier, östlich der ehemaligen Bundesstraße 69, schon abgebaut worden. Neben den Windkraftanlagen, Erdgasförderstellen- und Erdgasleitungen, Schweine- und Hühnerställen sei kein Platz für die Deponie. Die Gegner erwägen, in Kürze eine Bürgerinitiative ins Leben zu rufen, wie Bürgervereinsvorsitzender Mirco Meyer berichtete.

Autor: KD/NWZ

 

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