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02.04.2011 - Wildeshauser Zeitung

Langer Kampf erwartet

Etappensieg für Gegner der Mineralstoffdeponie in Döhlen

Claus Rohde liebt die Natur. Schon während seiner Jugend kampfte er für eine gesunde Umwelt. Er engagierte sich in Naturschutzvereinen und absolviert seinen Zivildienst auf diesem Gebiet. Die Zeiten haben sich für den heute 39—Jährigen nicht geändert.

Als Rohde nach Döhlen zog, freute er sich auf Wald und Wiesen. Doch stattdessen droht ihm nun möglicherweise ein Müllberg vor der Haustür. ,,lch bin nur einer von über 200 Anwohnem aus Döhlen und Umgebung, die sich gegen die geplante Mineralstoffdeponie an der Krumlander Straße wehren", sagt er.

Beantragt wurde die Deponie beim zuständigen Gewerbeaufsichtsamt von der Bodenkontor Steinhöhe GmbH. Auf einer Fläche von elf Hektar soll die Anlage entstehen - noch befindet sich an dieser Stelle ein Gebiet zum Sandabbau. Dieses sollte nach Ablauf der Genehmigungsfrist 2013 eigentlich wieder verfüllt und durch ein Waldgebiet ersetzt werden; so zumindest hatte es der Landkreis geplant. Doch Bodenkontor Steinhöhe übersprang den Landkreis schlicht und wählte stattdessen die kostenintensivere Variante, den Antrag auf Planfeststellung direkt beim Gewerbeaufsichtsamt einzureichen.

Mit Ausnahme des Antragsstellers sind alle gegen das Projekt: Anwohner, Landwirte, der Naturschutzbund (NABU) - sogar der Oldenburgisch-Ostfriesische-Wasserverband (OOWV). Dessen kaufmännischer Geschaftsführer Karsten Specht betonte zuletzt: "Wir haben zwar erklärt, dass es technisch möglich ist, das Sickerwasser von der geplanten Deponie zu entsorgen. Aber das bedeutet nicht, dass wir die Pläne für den Bau unterstützen."

Darauf baut auch Claus Rohde, denn die Gemeinde Großenkneten hat bereits klargestellt, dass sie das Sickerwasser auf keinen Fall übenehmen will. "Das Grundwasserrecht könnte ein Hebel sein" meint Rohde, der sich wie die übrigen Anwohner auf einen langen Kampf einrichtet. Ein kleiner Etappensieg konnte allerdings schon gefeiert werden: Weil Bodenkontor Steinhöhe im Antrag einen falschen Standort angegeben hatte (Haschenbrok), muss das Schreiben neu formuliert und abermals für eine gewisse Zeit ausgelegt werden; diese Phase war eigentlich schon abgeschlossen gewesen. Der Prozess zieht sich so in die Länge, außerdem haben Menschen aus der Umgebung noch einmal die Chance, neue Einwände vorzubringen.

Bei dieser einen Panne bleibt es nicht für Bodenkontor Steinhöhe: Im Antrag wurden veraltete Passagen aus dem Abfallwirtschaftsplan von 2009 aufgeführt. "Im aktuellen Abfallwirtschaftsplan steht geschrieben, dass es in Niedersachsen kein Bedürfnis gibt, zusätzliche konkrete Standorte für Deponien der Klasse eins auszuweise", so Rohde.

Doch alles zusammen - die Unterstützung aus Politik, Umweltverbänden und OOWV - beeinflusst das Ergebnis am Ende nur bedingt. Die Entscheidungsgewalt liegt letztendlich beim Gewerbeaufsichtsamt. "Es wird irgendwann einen Erörterungstermin geben", erklärt Rohde. Beide Seiten tragen ihre Argumente vor. Auf der Grundlage des Diskussionsprotokolls wird das Gewerbeaufsichtsamt eine Entscheidung treffen.

Autor: JS/Wildeshauser Zeitung

 

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