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17.03.2011 - NWZ

Ausschuss schließt sich den Bedenken an

Bodenkontor stellt Antrag auf Errichtung einer Mineralstoffdeponie vor

Nicht nur die Bewohner in Haschenbrok und Döhlen haben erhebliche Bedenken gegen die Pläne eines Unternehmens aus Ganderkesee, nahe den beiden Ortschaften in der Gemeinde Großenkneten eine Mineralstoffdeponie zu errichten. Auch die dortigen Landwirte und die Landkreisverwaltung haben Probleme damit. Das wurde am Dienstagabend im Kreisumweltausschuss deutlich, in dem der Planer Stephan Janssen und der Jurist Dr. Holger Jacobj für die Bodenkontor Seinhöhe GmbH den Antrag auf Planfeststellung an das zuständige Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg vorstellten.

Die Ausschussmitglieder schlossen sich am Ende den vorgebrachten Einwänden an und stellten sich auf Antrag von Imke Haake (FDP) einstimmig hinter die Vorbehalte der Verwaltungsvertreter, obwohl in dieser Sitzung eigentlich gar kein Beschluss vorgesehen war. Die zahlreichen Zuhörer aus Haschenbrock und Döhlen registrierten das mit einigem Wohlwollen.

Wie berichtet, will die Bodenkontor Steinhöhe GmbH in Haschenbrok für rund 12 Mio. Euro eine Mineralstoffdeponie errichten. Sie soll auf einem rund elf Hektar großen Gelände entstehen, auf dem zurzeit noch Sand abgebaut wird. Es ist geplant, nach Beendigung der jetzigen Nutzung dort im Verlauf von etwa 18 Jahren knapp 1,5 Mio. Kubikmeter Abfälle der Klasse 1 einzulagern. Begründet wird der Plan mit dem großen Bedarf für eine solche Deponie in dieser Region, um gerade auch der Bauwirtschaft die notwendigen Entsorgungsmöglichkeiten anbieten zu können.

Aus Sicht des Landkreises stünde die Ausweisung der Sondergebietsflächen vor allem der vorgesehenen Errichtung neuer Windkraftanlagen in diesem Gebiet entgegen. Die hier bereits bestehenden Anlagen müssten schon bald ersetzt werden, teilte Bauordnungsamtsleiter Peter Nieslony mit. Auch Eva-Maria Langfermann, die Chefin des Amtes für Naturschutz und Landschaftspflege, äußerte Bedenken. Die mit der Deponie einhergehende Erhöhung des Geländes um elf Meter verändere das ursprüngliche Landschaftsbild in erheblichem Maße. Die geplante Renaturierung in Form einer Heidelandschaft sei ebenfalls nicht hinzunehmen, planerisch komme nur eine Aufforstung infrage.

Auch die Landwirte lehnen die Errichtung der Deponie rundheraus ab, wie der Geschäftsführer des Kreislandvolkverbandes, Bernhard Wolff, in einem Schreiben an die Gemeinde Großenkneten betonte. Er führt insbesondere die zu erwartenden Belastungen des Grundwassers durch problembehaftete Mineralstoffe, das hohe Fahrzeugaufkommen und die Gesundheitsgefährdung durch Staubbelastungen ins Feld.

Autor: KB/NWZ

 

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