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12.03.2011 - NWZ

Breite Front gegen die geplante Deponie

Umweltschutz Döhler und Haschenbroker befürchten viele Belastungen für Mensch, Tier und Natur

Vielfältig sind nach Ansicht der Gegner die Gründe gegen die Deponie. Die Welle des Protestes kommt in Fahrt.

Der Wind blies kräftig am frühen Donnerstagabend, als sich an der Krumlander Straße mehr als 30 Bürgerinnen und Bürger aus Döhlen und Haschenbrok sowie Vertreter von Verbänden, Vereinen und Parteien aus der Gemeinde trafen. Der Proteststurm gegen die geplante Mineralstoffdeponie der Bodenkontor Steinhöhe GmbH (die NWZ  berichtete) nimmt an Fahrt auf.

„Alle Bürger sollten ihre Bedenken zu Papier bringen“, riet CDU-Ratsherr Henning Rowold aus Döhlen. Asbest und andere gesundheitsgefährdende Stäube, die bei der Ablagerung durch die Gegend fliegen, Geruch, Lärm und Verkehr – es gibt viele Befürchtungen. „Wir wollen auf keinen Fall diese Mülldeponie hier“, so eine Anwohnerin. Das Areal liege im Trinkwasservorranggebiet, hieß es. Das Oberflächenwasser soll zwar aufgefangen und zur Aufbereitung abtransportiert werden. Dadurch gibt es wiederum Verkehrsbelastungen. „Das sind 3800 Tanklastwagen im Jahr“, hat Landvolk-Chef Jürgen Seeger ausgerechnet.

Gelangt in Nahrungskette
Hegeringleiter Max Hunger befürchtet, dass das Wild, das in diesem Bereich weidet, Schadstoffe aufnimmt. Schadstoffe, die in die Nahrungskette gelangen. Dass die Deponie mit einer angedachten Höhe von 11,50 Metern über Gelände darüber hinaus das Landschaftsbild total zerstört, meint die stellvertretende CDU-Fraktionschefin Astrid Grotelüschen. Sie fragt sich auch, wie denn die Ausgleichsmaßnahmen aussehen sollen. Schließlich wurde die Sandgrube genehmigt mit einer strengen Rekultivierungsauflage. Es sollte ein 13 Hektar großer Wald mit heimischen Laubbäumen entstehen, wie Henning Rowold berichtete. Warum solche Auflagen so einfach ausgehebelt werden können, ist für Astrid Grotelüschen unverständlich.

Bedarf wird angezweifelt
Das Planfeststellungsverfahren für die neue Deponie wurde vor dem Hintergrund in Gang gesetzt, dass es einen großen Bedarf gibt. „Ich kann diesen Bedarf nicht sehen“, so Henning Rowold. Es seien Stoffe, die auch anderswo entsorgt werden könnten. Es gehe derzeit zwar um eine Deponie der geringsten Stufe (DK 1), doch wer wisse, ob nicht irgendwann auf die nächsthöhere Stufe (DK 2) aufgesattelt werde, weil dann sowieso schon alle Vorrichtungen, wie die Folienabdichtung, vorhanden seien.

Erhebliche Bedenken haben auch die Betreiber der Windkraftanlagen in unmittelbarer Nähe. „Durch Lage und Höhe der geplanten Deponie kommt es bei den Anlagen in der für Windenergie ausgewiesenen Fläche zu erheblichen Windverwirbelungen“, schreiben Heiko Abel und Gerd Krumland. Sie sehen erhebliche wirtschaftliche Beeinträchtigungen ihrer Windenergie-Gewerbebetriebe, heißt es in der Stellungnahme.

Autor: KD/NWZ

 

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